Selbstbelohnung: Der Self-Leadership Skill der es gut mit Dir meint

Frank wohnt in Berlin und arbeitet bei einem großen Automobilhersteller. Ich lerne in bei einem Tourenski-Seminar kennen. In der Vorstellungsrunde erzählt Frank, dass er kürzlich zum Teamleiter befördert wurde. Er wolle sich mit dem Tourenski-Wochenende für die harte Arbeit und das Erreichen seines persönlichen Jahresziels belohnen. Hierfür wählte er eine Sportart, die ihn schon länger reizte, aber bisher die Zeit fehlte.

Die Selbstbelohnung ist eine der einflussreichsten Strategien von Self-Leadership

Selbstbelohnung baut auf den Strategien Selbstbeobachtung und Selbstzielsetzung auf. Nach erfolgreicher Bewältigung eines Ziels auf dem Weg zu einem übergeordneten, langfristigen Ziel (siehe Artikel zur Selbstzielsetzung) belohnt er sich mit einer Aktivität, an der er Spaß hat.

Belohne Dich nicht mit Geld oder über Anerkennung durch Andere

Es ist nicht Geld oder Anerkennung von anderen Personen, mit der Frank sich belohnt. Das ist wichtig – denn extrinsische Belohnung entwickelt bei weitem nicht die Kraft von intrinsischer Selbstbelohnung!

Du kannst Dich auf materieller oder auf mentaler Ebene belohnen.

Materielle Selbst-Belohnungen

Auf der materiellen Ebene beziehen sich die Belohnungen auf ein Objekt oder eine Aktivität. Diese könnten individueller und unterschiedlicher nicht sein: Ein Kinobesuch mit Freunden, ein Wochenende in der Natur oder das schicke Paar Schuhe, dass Dir schon seit Längerem nicht mehr aus dem Kopf geht… Dir sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass diese Belohnungen Dir Freude bereiten und nichts mit der Aufgabe an sich zu tun haben.

Mentale Selbst-Belohnung

Mentale Belohnungen hingegen funktionieren über Gedanken, Bilder und innere Dialoge. Diese Art der Selbstbelohnung benutzt jeder von uns, wenn auch meistens unbewusst und automatisch. Wenn ein Schreiner ein Werkstück fertig stellt, z.B. einen Tisch, für den er sich viel Mühe gegeben hat, sagt er nach außen hin vielleicht nichts während er ihn nochmal begutachtet. Hörten wir aber das, was er in seinem Kopf zu sich sagt, könnte es “Hier habe ich gute Leistung gebracht. Der Tisch ist perfekt verarbeitet und einfach toll geworden! Das habe ich richtig gut gemacht!“ sein.  

Selbstbelohnung über gedankliche Bilder

Eine andere Möglichkeit ist die Belohnung über gedankliche Bilder. Begib Dich auf eine Reise an Deinen Lieblingsurlaubsort. Denke an Momente oder Menschen die Dich glücklich machen.

Nichts hat so viel Einfluss auf Dich und Dein Wohlbefinden wie Deine eigenen Gedanken  (hierauf werden wir in den Artikeln zu konstruktiven Gedankenmusterstrategien detaillierter eingehen). Praktisch ist außerdem, dass Du die mentale Belohnung ortsunabhängig anwenden kannst. Warum also diese kraftvolle Strategie nicht bewusst für alltägliche Aufgaben einsetzen?

Verpasse Dir einen Motivationsschub

Egal welche Art von Selbstbelohnung Du wählst: Die positive Verstärkung von erfolgreichem Handeln löst ein Gefühl von Stolz und Kompetenz aus. Wir haben die Aufgabe geschafft, wir können das! Und das wiederum hat einen immensen Einfluss auf Dein zukünftiges Handeln. Positive Verstärker wirken wie ein natürlicher Motivationsschub und geben Dir Elan für die Bewältigung weiterer Aufgaben auf Deiner Zielgeraden. Auch Aufgaben, die nicht wirklich erfreulich sind, werden dadurch lohnenswert.

Wie kannst Du jetzt mit Deiner Selbstbelohnung starten?

Um Deine Motivation anzuschieben und Deine Effektivität zu erhöhen, musst Du zuerst die Dinge identifizieren, die Du als belohnend empfindest. Egal welcher Art und in welchem Ausmaß. Die Aufgabe, die Dir hierbei gestellt wird, basiert erneut auf der Selbstbeobachtung: Was für Arten der Selbstbelohnung nutzt Du im Alltag? Finde heraus, welche Art von Belohnungen Dich motivieren. So kannst Du sie systematisch einsetzen und Deine Produktivität, Motivation und Zufriedenheit bewusst steigern. Jedes Mal, wenn Du ein von Dir definiertes Ziel erreichst, belohne Dich selbst!

Die Selbstbelohnung ist eine sehr kraftvolle Strategie, die von den meisten jedoch nicht bewusst eingesetzt wird. Wenn Du ein erfolgreicher Self-Leader werden willst, musst Du diese Kraft zu Deinem Vorteil verwenden!

Wie belohnst Du Dich?

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie über Selbstführung / Self-Leadership