Zum Umgang mit Portfolioanalysen in der Strategieentwicklung

Gerade komme ich von einem Meeting mit meinen Netzwerkpartnern von flow consulting. Unter anderem haben wir über den Umgang mit Portfolioanalysen als Element der strategischen Produktplanung/Strategieentwicklung gesprochen. Meine wesentlichen „Take-Aways“ aus dieser Diskussion sind folgende:

Zentrale Erkenntnisse zur Nutzung von Portfolioanalysen
1) Portfolios beinhalten eine stark subjektive Betrachtungsweise: Ob z.B. das Marktvolumen als positiv oder negativ gedeutet wird, hängt stark von den Erstellern des Portfolios ab. Wo Pessimisten eher eine geringe Punktzahl vergeben würden sehen Optimisten keine Probleme. Im Endergebnis wirken Portfolioanalysen allerdings erstaunlich (gefährlich) objektiv!
2) Portfolioanalysen machen lediglich Relationen deutlich. Sie helfen lediglich, besser zu verstehen, wie gut verschiedene Produkte/Dienstleistungen/Zustände im Verhältnis zueinander stehen.
3) Die aus der Portfolioanalyse linear abgeleiteten Normstrategien sind daher mit Vorsicht zu genießen. Es ist stets wichtig zu wissen, mit welchem Mindset die Analyse ausgefüllt wurde:
a) Pessimistenlösung: Hier besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse sehr nah beieinander liegen und alles mehr oder weniger gleich schlecht ist.
b) Optimistenlösung: Insgesamt wird natürlich alles besser bewertet, die Spreizung zwischen den verschiedenen betrachteten Produkten/Aspekten ist zudem meist höher als bei den Pessimisten.
c) Extremistenlösung: Ist gerade trendy. Hier wird eine bewusst hohe Spreizung gewählt, um Unterschiede möglichst stark darzustellen. Das wiederum kann dazu führen, dass einige Aspekte/Produkte überbewertet und andere dafür unterbewertet werden.
4) Für eine Strategieableitung ist die Portfolioanalyse alleine daher bei weitem nicht ausreichend.

Wesentlich fundierter ist folgende kombinierte Vorgehensweise zur Strategieentwicklung:
1. Geschäftsfeld- und Umfeldanalyse
2. Portfolioanalyse mit mehreren Portfolios (Produkte, Personal, Prozesse etc.)
3. Szenariotechnik (um die Zukunft und den Möglichkeitscharakter zu berücksichtigen)
4. SWOT-Analyse (um die verschiedenen erarbeiteten Strategiemöglichkeiten zu bewerten)

Buchtipp:
Zum guten Schluss noch ein Buchtipp für alle, die sich mit Portfolios und Strategischem Management näher und tiefer beschäftigen möchten: Strategisches Management von Müller-Stewens/Lechner.
Auch wenn dieser 2-Kilo-Schinken stellenweise etwas trocken und universitär daher kommt: Dieses Buch bietet eine umfassende und wissenschaftlich fundierte Gesamtschau über alle Belange des strategischen Managements. Es lohnt sich!

Pimp my Presentation

Als Berater arbeite ich hier und da natürlich auch mit Powerpoint und habe einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, nicht nur inhaltlich gute, sondern auch grafisch ansprechende Präsentationen zu erstellen.

Ich möchte Ihnen hier 10 zentrale Tipps geben, die sich für mich bisher als sehr hilfreich erwiesen haben:

10 Tipps zur Verbesserung Ihrer Powerpoint-Präsentation
1) Planen Sie Ihre Präsentation analog – also auf Papier, z.B. mit Post it´s oder Moderationskarten. Werden Sie sich darüber klar, was ihr absolut zentraler Punkt ist. Gehen Sie erst dann an den Rechner.
2) Verwenden Sie ein separates Handout, das NICHT ihre Folien zeigt, sondern z.B. in Word geschrieben ist und Infos beinhaltet, die eben nicht auf den Folien selbst stehen.
3) Entwickeln Sie für Ihre Präsentation eine Story, die dem SUCCESs-Akronym entspricht (Simple, Unexpected, Concrete, Credible, Emotional, eingewobene Stories).
4) Verwenden Sie auf den Folien wenig Schriftsprache und viele große Bilder – aber bitte keine nervigen Cliparts sondern anständige Fotos z.B. von istockpoto.com.
5) Lassen Sie auf den Folien Luft und vergessen sie irgendwelche Regeln wie „nur 7 Bulletpoints pro Seite“ etc. Design braucht Luft zum Atmen!
6) Nutzen Sie Zitate, um Ihren Aussagen mehr Kraft zu verleihen.
7) Lernen Sie etwas über grafische Gestaltungsprinzipien wie den goldenen Schnitt, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, was gut aussieht.
8 ) Experimentieren Sie mal mit Sprechblasen oder schreiben Sie ähnlich wie bei einem Werbeplakat einfach ins Bild hinein.
9) Vermeiden Sie Typografie-Overkill und nutzen Sie nur ein Gestaltungselement pro Wort: Entweder farblich markieren, oder fett, oder größer, oder kursiv.
10) Machen Sie sich mit den Farbwelten ihres Corporate Designs vertraut, um sicherer zu werden, welche Farben gut passen.

Eine wirklich unglaublich gut gemachte Präsentation, die zeigt, was möglich ist:

Ein exzellentes Buch, das diesen Stil von Präsentationen weiter ausführt und zu diesem Thema ein „must have“ : Presentation Zen von Garr Reynolds.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg beim designen ihrer Präsentationen!

Joachim Simon

Arbeiten Sie in oder an Ihrem Business?

Gerade lese ich einen guten Artikel in der Businessweek, der einmal mehr die Wichtigkeit von strategischem Handeln deutlich macht. Dabei fokussiert der Autor CEOs von Unternehmen, die sich in einer Wachstumsperiode aus der Start-Up-Phase heraus befinden (sog. Level 2 Companies).

Hier eine kurze Zusammenfassung der Kernaussagen (ich habe die meisten Aussagen bewusst im Englischen belassen):
Arbeiten Sie in oder an Ihrem Business? weiterlesen

Bessere Unternehmenskultur durch mehr Wertschätzung

Dass eine gute Unternehmenskultur wichtig ist, darüber sind sich Mitarbeiter, Manager und Geschäftsführer wohl meist einig.

Frage ich Führungskräfte, was eine gute Unternehmenskultur ausmache, kommen häufig folgende drei Antworten:
– eine gute Streitkultur, in der man sich sagen kann was nicht gut läuft
– eine Leistungskultur, in der Mitarbeiter mehr machen, als von ihnen erwartet wird
– eine Kultur der Verlässlichkeit, in der Mitarbeiter an sie delegierte Aufgaben verlässlich bearbeiten

Viele Mitarbeiter beantworten die Frage, was gute Unternehmenskultur bedeute, gerne wie folgt:
– eine Führungskultur die durch Wertschätzung geprägt ist
– gute Kooperation mit den Kollegen
– gutes Klima, in dem es Spaß macht zu arbeiten

So haben beim Thema Unternehmenskultur beide Seiten klare Erwartungen aneinander.
Dabei ist ein zentraler – und dazu von den Mitarbeitern gewünschter – Verbesserungshebel die Wertschätzung durch den Vorgesetzten.

Wie kann Wertschätzung einen Beitrag zu guter Unternehmenskultur leisten?
– Wertschätzung ist die Basis dafür, sich auch offen sagen zu können, was nicht so gut läuft. Wenn der Mitarbeiter sich prinzipiell vom Chef respektiert fühlt, fällt es ihm wesentlich leichter, konstruktive Hinweise auch konstruktiv aufzunehmen.
– Wertschätzung ist die langfristige Basis für mehr Leistung, Zuverlässigkeit und Innovation, da über Wertschätzung wirksames verhaltensstärkendes Feedback transportiert wird.
– Wertschätzendes Vorgesetztenverhalten wirkt als Rollenmodell und wird dadurch auch das Verhalten der Mitarbeiter und das Arbeitsklima untereinander positiv beeinflussen.

Wie genau sollte Wertschätzung gestaltet sein?
Wertschätzung kann verbal und monetär oder durch andere Maßnahmen (Beförderung, Dienstwagen, Bürogröße etc.) erfolgen. Vom Aufwand-Nutzen-Verhältnis betrachtet, wird jedoch nichts so effizient sein, wie ein gut gegebenes verbales Feedback.
Dabei gibt es wenige aber wichtige Aspekte, die die Wirkung dieser Wertschätzung deutlich beeinflussen:

1) Seien Sie konkret: Beschreiben Sie genau die Situation und das genaue Verhalten, das Sie beim Mitarbeiter gut fanden (und wovon Sie sich mehr wünschen). So kann der Mitarbeiter genau nachvollziehen, was Sie gut finden und genau dieses Verhalten verstärken.
2) Sagen Sie, welches Ergebnis dieses Verhalten aus Ihrer Sicht gebracht hat. So unterstreichen Sie die Bedeutung der Handlung für das Ergebnis.

Machen Sie sich weniger wichtig: Nicht weil es Ihnen gefallen hat, war es gut, sondern weil es das jeweilige Ergebnis gebracht hat! (Das Gleiche gilt auch für kritisches Feedback.)
Und: Wertschätzung sollte nicht immer ein „big deal“ sein: Geben Sie Ihre Rückmeldung doch einfach mal unkompliziert und zeitnah an der Kaffeemaschine. Unternehmenskultur will ständig gepflegt werden – nicht nur in aufwändigen, jährlichen Mitarbeitergesprächen.

Neue Website, neues Blog

So, nun ist es endlich online, das neue Blog von simonconsult.
Dazu gibt es natürlich auch sehr bald eine neue Homepage die Sie dann hier finden (wo jetzt noch die alte Seite liegt).
Inhaltlich wird sich zur alten Homepage nichts wesentliches verändern – allerdings wird die Seite nun komplett zweisprachig sein. Immerhin sind fast ein Drittel der Workshops die wir durchführen in englischer Sprache mit internationalen Gruppen.
Das Blog wird nicht zweisprachig geführt, wir werden aber auch rein englischsprachige Artikel einstellen.

Gerne möchte ich Ihnen die Gestalter und Designer hinter unserem neuen Web-Auftritt vorstellen:

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Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2008!

Das erste Jahr von simonconsult neigt sich erfolgreich dem Ende.
Vielen Dank an alle Kooperationspartner und Kunden die dies ermöglicht haben!

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Gerne möchte ich an dieser Stelle auch auf die soulhood christmas grooves hinweisen. Wenn Sie dem Link folgen finden Sie klasse Weihnachts-Songs mit ordentlich Groove – und zwar für einen guten Zweck.

simonconsult unterstützt dieses Projekt und den Verein soulhood, der als Förderverein für Kinderheime in Tansania tätig ist.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Ihr Joachim Simon

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Globale Studie zur Mitarbeitermotivation

Die Beratungsfirma Towers Perrin hat eine neue Studie zur Mitarbeitermotivation veröffentlicht.
Diese „Global Workforce Study“ ist, so Towers Perrin, die größte ihrer Art: 86.000 Arbeitnehmer in 18 Ländern nahmen teil.

Untersuchungsgegenstand waren folgende Fragen:
– Was steigert die Attraktion eines Unternehmens?
– Was verbessert das Retention Management?
– Was verbessert das Engagement der Mitarbeiter?

Globale Studie zur Mitarbeitermotivation weiterlesen

Kraftausdrücke während der Arbeit fördern Motivation

Irgendwie beruhigend, was da jetzt im Leadership and Organization Development Journal unter dem Titel „Swearing at work and permissive leadership culture: When anti-social becomes social and incivility is acceptable“ veröffentlicht wurde.

Ein kleiner Fluch hier und da ist motivations-fördernd und kreativitäts-steigernd. Und: Frauen fluchen öfter als Männer das denken – allerdings nur, wenn sie unter sich sind.

Die Autoren mussten in ihrem Aufsatz natürlich häufiger Schimpfwörter verwenden und hoffen, wie sie schreiben, dadurch nicht den Leser zu sehr zu beleidigen:

„A certain originality element stems from the fact that, focusing on swearing language, the paper found it necessary to use swear words (avoiding usage of the explicit form); bearing in mind the purpose of the paper, the paper hopes that this will not cause offence to the readership of the journal.“

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Death by PowerPoint…

Neulich saß ich doch schon wieder in so einem Meeting, das im Halbdunkel, mit sagenhaft überladenen Slides (einige haben sogar einfach Word-Texte an die Wand geworfen) abgesoffen ist.
Hier eine nette Präsentation, die zeigt, wie es vielleicht auch anders geht… (der Fokus liegt hier auf der Folien-Gestaltung)

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Sustainability und IT

Gerade erreicht mich folgender Veranstaltungshinweis:
——–
SUSTAINABLE IT Konferenz
17. – 18. Oktober 2007
Berlin, Kalkscheune
http://www.sustainable-it.org

Die Konferenz SUSTAINABLE-IT eröffnet eine integrative Perspektive auf die beiden „Megatrends“ Sustainability und Digitalisierung. Wie möchten wir IT Produkte und Nutzungsweisen gestalten, um gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch förderliche Auswirkungen dauerhaft zu erzielen? Ein breites Spektrum von Akteuren aus Wirtschaft, Politik Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien ist eingeladen, den fachübergreifenden Diskurs mitzugestalten und gemeinsam in die Zukunft zu schauen.

Zum Programm:

Zur Anmeldung:

SUSTAINABLE-IT ist eine Veranstaltung der newthinking Store GmbH (store.newthinking.de) und der amina Stiftung (www.amina-initiative.de).

Die SUSTAINABLE-IT soll einem Beitrag leisten, die relevanten Akteure zu Ideen, Kooperationen und
vor allem zu Aktivitäten zu inspirieren, das Prinzip der Nachhaltigkeit für Geschäftsmodelle in der IT-
Industrie, für Informationsmanagement und Wissensaustausch zu gewährleisten.
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Als Referenten und Diskussionsteilnehmer fest zugesagt haben laut der Homepage der Veranstalters bereits u.A. Dr. Bernd Heinrichs, Cisco Deutschland; Dr. Siegfried Pongratz, Motorola; Dr. Martin Richartz, Vodafone R&D; Rolf Kersten, Sun. Dazu kommen interessante Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Entwicklungszusammenarbeit.

Es scheint mir eine interessante Veranstaltung zu werden, die eben nicht nur für Mitarbeiter aus der IT-Branche ideal geeignet ist, um neue Blicke über den Tellerrand zu bekommen.

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